Warum es manchmal clever ist, von den Großen abzuschauen

Es gibt viele Bereiche in Großbetrieben und Konzernen, die sich nicht auf Kleinbetriebe übertragen lassen. Doch an einigen Stellen lohnt sich auch für Kleinunternehmer und Selbstständige der Blick auf die Großen, deren Abläufe und Strukturen.

Kleinbetriebe haben viele Vorteile gegenüber großen Unternehmen oder gar Konzernen: Sie sind flexibel, entscheidungsfreudig, anpassungsfähig und können in der Regel sehr schnell und unkompliziert auf neue Anforderungen reagieren. Wo bei einem Großbetrieb die Entscheidung manchmal Wochen braucht bis alle beteiligten Abteilungen und zuständigen Manager ihren Teil zur Entscheidungsfindung beigetragen haben, reichen im Kleinbetrieb oft wenige Tage oder sogar nur Stunden.

Diese „unstrukturierte“ Herangehensweise kleiner Betriebe spiegelt sich in der Regel auch in vielen anderen Bereichen wie Einkauf, Personalmanagement oder eben auch in der Finanzplanung wider. Doch was in den einen Bereichen ein Segen ist, kann gerade beim Thema Geld nach hinten losgehen.

 

Feste Kosten und flexible Ausgaben

Folgende Kosten, die regelmäßig anfallen, sind auch in Kleinbetrieben mit einem festen Budget versehen, das nur in wirklichen Ausnahmefällen angetastet wird:

  • Löhne
  • Mieten
  • Steuern
  • Strom
  • Rohstoffe
  • Wareneinkauf
  • Telekommunikation

Wird es mit dem Geld knapp erfolgen die Einsparungen meist an den folgenden Stellen:

  • Investitionen
  • Instandsetzungen
  • Marketing
  • Gehalt des Inhabers/Geschäftsführers

Diese Bereiche – bis auf das Gehalt des Inhabers/Geschäftsführers – haben meist von vorneherein kein festes Budget. Hier wird nur Geld ausgegeben, wenn auch genug übrig ist. Das Problem an dieser erstmal verständlichen Vorgehensweise wird jedoch schnell klar. Wenn immer nur nach der aktuellen Lage oder dem Bauchgefühl des Inhabers entschieden wird, ob gerade Geld ausgegeben werden kann, tritt das Unternehmen irgendwann auf der Stelle und wird von seinen Wettbewerbern überholt.

Entweder es fehlen die Mittel für Investitionen, zum Beispiel in neue Maschinen und Technologien, um konkurrenzfähig zu bleiben, oder Instandsetzungen werden so lange verschoben, bis die Qualität der Leistungen oder Produkte darunter leidet. In beiden Fällen führt die Einsparung langfristig dazu, dass das Unternehmen den Anschluss an den Wettbewerb verliert.

An diesen beiden Stellen hat bei vielen bereits ein Umdenken eingesetzt. So werden Rücklagen für geplante Investitionen und Instandsetzungen gebildet und im Zweifelsfall frühzeitig mit der Hausbank gesprochen, um das Geschäft langfristig wettbewerbsfähig zu halten. Ein Finanzplan über mehrere Jahre mit den geplanten Investitionen und voraussichtlichen Instandsetzungskosten verschafft nicht nur Planungssicherheit, sondern wird auch vom Kreditinstitut wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Budgetierung ist nicht nur etwas für die Großen

Der Unternehmer, der seine Kosten kennt und vorausschauend plant, ist den Banken immer lieber als der Unternehmer, der einfach aus dem Bauch heraus entscheidet. Denn aus einem Bauchgefühl kann der Bankangestellte keine Zahlen in sein Berechnungsformular tippen. Somit kann eine sorgfältige und frühzeitige Finanzplanung Ihnen im Krisenfall unter Umständen den dringend notwendigen Kredit sichern.

Stiefkind Marketing-Budget

Wie schaut es nun beim Marketing aus, also der Komponente Ihres Unternehmens, die maßgeblich mit darüber entscheidet, wie sich Ihr Geschäft entwickelt, wie schnell Sie neue Kunden gewinnen können und wie Ihre Leistungen und Produkte von außen wahrgenommen werden? Beantworten Sie für sich zunächst folgende Fragen:

  • Haben Sie ein festes, monatliches Budget für Ihr Marketing?
  • Gibt es ein separates Konto für Marketing-Rücklagen?
  • Was passiert bei schwankenden Umsätzen?
  • Wie reagieren Sie auf eine Krise?
  • Investieren Sie ins Marketing oder streichen Sie das Budget?

Warum fällt das Marketing immer hinten runter?

Es ist schon erstaunlich: Obwohl jeder Unternehmer weiß, wie wichtig Marketing besonders in schlechteren Zeiten ist, wird dennoch immer zuerst an dieser Stelle eingespart. Dabei ist das große Problem beim Marketing-Budget nicht etwa, dass nicht genug Geld zur Verfügung steht oder gar die Umsetzung schwierig wäre. Richten Sie einfach ein zusätzliches Konto ein und überweisen Sie per Dauerauftrag einen festen monatlichen Betrag – so wie Sie es auch mit Ihrer Miete machen.

Bereits nach wenigen Monaten haben Sie ein Polster, um im Falle rückläufiger Umsätze mit gezielten Marketingmaßnahmen zusätzliche Einnahmen zu generieren.

 

An der Umsetzung kann es also nicht liegen. Was ist also wirklich der Grund? Lassen Sie uns einmal anschauen, was passiert, wenn Sie an anderer Stelle einsparen:

Was passiert wenn Sie Ihre Miete nicht bezahlen?
Sie bekommen Ärger mit Ihrem Vermieter, es droht irgendwann die Zwangsräumung und Sie müssen im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden.

Was passiert, wenn Sie Ihre Mitarbeiter nicht bezahlen?
Sie bekommen Ärger mit Ihren Mitarbeitern und werden vielleicht sogar verklagt.

Was passiert, wenn Sie Ihre Stromrechnung nicht bezahlen?
Ihnen wird der Strom abgestellt, Ihre Mitarbeiter können vermutlich nicht mehr arbeiten, die Maschinen stehen still.

Was passiert, wenn Sie Ihre Steuern nicht bezahlen?
Sie bekommen Ärger mit dem Finanzamt, es droht irgendwann die Pfändung Ihrer Konten.

Und was passiert, wenn Sie kein Geld für Ihr Marketing ausgeben?
Gar nichts.

 

Ganz recht, zumindest vorerst passiert gar nichts. Niemand wird sich bei Ihnen beschweren, Ihnen eine Mahnung schreiben oder Sie zur Rede stellen. Kein Mitarbeiter. Kein Kunde. Und schon gar kein Wettbewerber. Es ist also in ganz vielen Fällen ein rein emotionaler Grund, warum viele Unternehmen als erstes beim Marketing einsparen: Es macht niemand von außen Druck.

Würden Sie bei der Streichung des Marketing-Budgets genauso unter Druck geraten, wie bei Steuerschulden, dann würden Sie es sich dreimal überlegen, ob nicht doch irgendwo Geld fürs Marketing aufzutreiben ist. Und Sie würden vermutlich einen Weg finden.

Bei den Themen Investitionen und Instandsetzungen ist die Lage nicht ganz so schlimm, da hier oftmals schon frühzeitig von Mitarbeitern oder Kunden Druck ausgeübt wird. Niemand möchte gerne an veralteten Maschinen arbeiten oder Produkte kaufen, die nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

Doch für die Durchsetzung des Marketing-Budgets sind Sie als Inhaber ganz auf sich alleine gestellt. Niemand macht Ihnen Druck. Sie müssen sich vor niemandem rechtfertigen. Wenn Sie sich nicht selbst unter Druck setzen und dafür sorgen, dass an dieser wichtigen Stelle nicht gestrichen wird, macht es niemand.

Machen Sie das Marketing-Budget zur Chefsache!

Nur wenn Sie die Ausgaben für Ihr Marketing genauso ernst nehmen wie die Zahlung der Löhne und Mieten, haben Sie eine Chance, sich ein langfristig stabiles Marketing-Fundament aufzubauen und auch in schlechten Monaten noch kurzfristig reagieren zu können.

Viktoria Unger - Herzblut Consulting

Viktoria Unger – Herzblut Consulting

Dieser Umstand des fehlenden emotionalen Drucks ist der Hauptgrund dafür, dass wir von Herzblut Consulting ein festes monatliches Marketing-Budget empfehlen. Wenn Sie uns als Agentur beauftragen sind wir es, die im Zweifelsfall den Druck ausüben und dafür sorgen, dass Sie nicht an der einzigen Stelle sparen, die Sie aus dem Umsatzloch wieder herausbringen kann.

Wenn Ihre Umsätze rückläufig sind brauchen Sie vor allem eins: Neue Kunden und mehr Verkäufe.

Mit gezielten Marketingmaßnahmen können Sie Bestandskunden reaktivieren, neue Kunden auf Ihr Angebot aufmerksam machen und durch gezielte Aktionen schnell neuen Umsatz generieren. Wer auch in schlechten Zeiten Geld für Marketingmaßnahmen ausgeben kann, bleibt flexibel und kann aktiv gegensteuern – anstatt nur hilflos zuzusehen.

 

 

Daher meine persönliche Empfehlung zum Schluss
Machen Sie es ausnahmsweise wie die Großen: Legen Sie ein monatliches Marketing-Budget fest und sorgen Sie dafür, dass Sie es für nichts anderes als für Ihr Marketing ausgeben.